„Zwei Seelen wohnen – ach! – in meiner Brust.

Die eine will sich von der anderen trennen.“

(Goethe, Faust I)

„Faust beklagte, dass er zwei Seelen in seiner Brust habe.

Ich habe eine ganze sich zankende Menge.

Da geht es zu wie in einer Republik.“

(Bismarck)

Die IFS-Methode ermöglicht einen feinfühligen und wohlwollenden Weg die eigene innere Welt zu erkunden und zu verstehen. Denn was Goethes Faust und Bismarck in den oben genannten Zitaten beklagen, ist Ihnen vielleicht auch bekannt. So wie wir sprichwörtlich ein „Engelchen“ und „Teufelchen“ auf unseren Schultern sitzen haben, haben wir auch verschiedene Teile in uns, die jeweils zu ein und demselben Thema ganz unterschiedliche Meinungen haben und diese auch oft lauthals kundtun. Vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal passiert, dass Sie im Streit anderen Menschen ganz gemeine Dinge an den Kopf geworfen, die Sie sonst nie zu jemanden gesagt hätten und die Ihnen dann mit etwas Abstand auch furchtbar leid getan haben. Vielleicht schämt man sich dann auch im Nachhinein für das eigene Verhalten, aber in der entsprechenden Situation konnte man einfach nichts dagegen tun. Die Worte waren schon gesagt, bevor man sich hätte zurückhalten können.

Der amerikanische Familientherapeut Richard Schwartz hat Anfang der 80er Jahre mit dem IFS-Ansatz ein Modell geschaffen, dass die Denkweise der systemischen Familientherapie mit der Multiplizität der Persönlichkeit eines Menschen verbunden hat. Denn in jedem Menschen lassen sich sogenannte Teilpersönlichkeiten finden, die im Grunde alle per se gute und wertschätzende Eigenschaften und Absichten besitzen. Durch schwierige und schmerzhafte Erfahrungen im Leben (insbesondere in der Kindheit) verändern sich diese Anteile und nehmen aufgrund notwendiger Überlebensstrategien oft dysfunktionale Verhaltensweisen, Glaubenssätze und Gedanken an. Oft sind die Rollen und Muster, die diese Teile angenommen haben zwar in der jeweiligen (Krisen-)Situation absolut sinnvoll gewesen, im heutigen Leben jedoch nicht mehr passend und zum Teil sogar äußerst kontraproduktiv. Mit einem hohen Maß an Mitgefühl, Respekt und Achtsamkeit bietet IFS eine wunderbare und sehr effektive Methode um die eigenen verletzten Anteile wieder zu heilen und in ihr altes Gleichgewicht zurückzubringen. So können alte Glaubenssätze und Verhaltensmuster verstanden und losgelassen werden und neue, hilfreiche und unterstützende Ressourcen integriert und gefestigt werden. Somit bietet IFS einen wirksamen und sanften Weg zu sich selbst, zu mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und innerem Frieden.

2015 wurde IFS als evidenz-basiertes Verfahren anerkannt und seine Wirksamkeit insbesondere in den folgenden 5 Bereichen bestätigt: gesteigertes Wohlbefinden, Minderung von Angst und Depression sowie eine verbesserte physische Gesundheit in Verbindung mit einem Anstieg der persönlichen Resilienz.

IFS kann sowohl in der Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren und Familien sowie bei einer breiten Palette von Problemen und Themen (z.B. Familienprobleme, Ehekrisen, Essstörungen, traumatischen Erlebnissen, etc.) eingesetzt werden.

 

Wissenswertes zu IFS:

  • IFS ist geprägt von einer äußerst respektvollen, achtsamen, wertschätzenden und mitfühlenden Haltung und Vorgehenswiese
  • IFS ist ein ebenso strukturiertes wie flexibles Modell bei dem der Klient/die Klientin das Tempo vorgibt
  • IFS ist ein sehr ressourcenorientiertes Modell, dass den Betroffenen ein Bewusstsein für die eigenen Potentiale und Kraftquellen geben möchte
  • Im IFS wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch einen weisen, gesunden, kompetenten und unverletzlichen Kern, das „Selbst“, besitzt.
  • Widerstände, Bedenken, Ängste und das Bedürfnis nach Kontrolle werden ernst genommen und mit Achtung und Respekt begegnet, da sie wichtige Wegweiser zu fundamentalen Themen sind.
  • Gerade das Bild und die Vorstellung von IFS, dass es verschiedene (zum Teil sehr extreme) Teile in uns gibt, die gerade aufgrund von (alten, unbewussten) (Überlebens-)Strategien immer wieder zum Tragen kommen, kann den Umgang mit den eigenen Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen erleichtern, da wir uns nicht mir komplett mit ihnen identifizieren müssen. Ein Beispiel: Nicht ich bin gerade rasend vor Wut, sondern ein (verletzter bzw. beschützender) Teil. Neben diesem Teil gibt es aber auch noch ganz viele andere beispielsweise sehr sanfte und liebevolle Teile in mir, die nur zu diesem Zeitpunkt gerade nicht aktiv sind.
  • Diese Haltung kann eine ganz neue und um einiges verständnisvollere Sichtweise auf den Umgang mit anderen (insbesondere) schwierigen Menschen ermöglichen.
  • IFS kann von Menschen jeden Alters und unabhängig vom jeweiligen Bildungsstand bzw. kulturellen oder religiösen Hintergrund genutzt werden.
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